✨ Meine Hunde – eine warmherzige Lebensgeschichte ✨(Joe)

Joe – mein Herzensriese

Joe zog am 01.01.2023 bei uns ein. Ein osteuropäisch-deutscher Schäferhund, ohne Einschätzung, einfach auf gut Glück. Wir waren damals kein leer gewordenes Haus – wir waren ein bestehendes Gefüge: Mira, unsere Visionärin. Leyla, unsere Botschafterin. Bereits passende Bindungspartner aus der sozialen Mitte. Eine Leaderin mit ihrer passenden, selbständigen Partnerin.

Und dann kam Joe – ein Eroberer. Ohne dass wir es wussten. Und als klar wurde, wer er ist, ist meine innere Welt erstmal gebrochen. Nicht, weil er falsch war. Sondern, weil ich glaubte, ich hätte Mira damit den unpassendsten Hund vor die Nase gesetzt, den es hätte geben können. Ich habe mir lange Vorwürfe gemacht. Heute weiß ich: Ich war schlicht zu verkopft. Ich klammerte mich an Strukturen, an Konzepte, an das „wie es sein sollte“.
Währenddessen ging mein Mann unbedarft, intuitiv, mit einem Gefühl durchs Leben – und machte es damit oft leichter für alle. Ich musste erst lernen, dorthin zu kommen.

Joe – ein Hund, der nichts von dem wusste, was hier vorher gewesen war. Und trotzdem sofort Teil davon wurde.
Ein Lausebub mit einem Herzen aus Gold. Und ein Hund, der schlagartig ernst wird, wenn er denkt, dass Gefahr in Verzug ist. Hier treffen seine Rasse — osteuropäisch-deutscher Schäferhund, Wachhund und Diensthund — und sein Persönlichkeitstyp als Eroberer frontal aufeinander. Eine Mischung aus Schutzinstinkt und Vorwärtsdrang, aus Lachen und Verantwortung. Eine Mischung, die man nicht „nebenbei“ führt.

Joe ist ein Eroberer. Kein Sicherheitsschaffer. Kein Hund, der Verantwortung tragen soll – auch wenn er sie sich oft nehmen will. Er geht nach vorne, weil vorne für ihn existiert. Er sieht Wege, bevor wir sie benennen. Er spürt Außenreize, noch bevor wir sie einordnen. Nicht aus Überheblichkeit. Nicht aus Dominanz. Sondern, weil seine Natur „vorwärts“ sagt.

Ein Eroberer kann keine Sicherheit schenken.
Was er braucht, ist jemanden, der Sicherheit hält, damit er nicht versucht, sie zu übernehmen.

Er ist groß geworden. 42 Kilo heute. Kraft, Präsenz, klare Meinung. Nicht flexibel. Nicht „mal schauen, wie’s läuft“. Wenn ihn etwas überfordert, zeigt er es. Wenn er etwas will, geht er darauf zu. Wenn etwas nicht stimmig ist, bleibt er stehen. Er ist kein Hund, den man mitlaufen lässt. Er ist ein Hund, den man begleitet. Mit Struktur. Mit Stabilität. Mit einer Haltung, die nicht wackelt, nur weil der Moment es tut.

Ich liebe an ihm, dass er wach ist. Dass er sein Herz genau da trägt, wo man es sehen kann. Dass er Nähe will, aber Raum braucht, um zu verstehen. Dass er lernen darf, dass er nicht entscheiden muss. Dass Schutz anbieten keine Aufgabe ist, sondern ein Angebot – das ich annehmen oder ablehnen darf.

Wir sind flexibel. Joe nicht immer. Aber er ist ehrlich. Und mit einem Hund, der ehrlich ist, kann man arbeiten. Nicht, weil es leicht ist. Sondern, weil es klar ist. Ein Eroberer braucht keine Korrektur, die ihn bricht, und keine Bestätigung, die ihn aufbläht. Er braucht jemanden, der vor ihm sieht, was passieren könnte. Nicht, um ihn klein zu halten, sondern um ihn zu entlasten.

Ich wusste theoretisch viel, als er kam. Praktisch war es trotzdem ein Neubeginn. Er hat eine Ernsthaftigkeit in sich, die mich ruhiger gemacht hat. Eine Wachheit, die mich zwingt, wirklich präsent zu sein. Und nicht nur da.

Joe ist kein Lückenfüller. Er trägt nicht, was die anderen hinterlassen haben. Er steht nicht im Schatten. Er ist ein Hund, der sein eigenes Kapitel schreibt. Nicht im Vergleich. In Ergänzung. Er hat mich nicht „geheilt“. Das ist nicht seine Aufgabe. Aber er hat mein Heute mit Leben gefüllt. Und das reicht.

Joe – mein Herzensriese.
Mein Eroberer.
Mein Lausebub mit ernstem Kern.
Mein Wachhund im Hier und Jetzt.
Nicht der Anfang.
Nicht das Ende.
Sondern das Heute.